Freitag, 21. November 2014

Lyrischer Freitag

Erich Kästner
Nasser November

Ziehen Sie die ältesten Schuhe an,
die in Ihrem Schrank vergessen stehn!
Denn Sie sollten wirklich dann und wann
auch bei Regen durch die Straßen gehn.

Sicher werden Sie ein bißchen frieren,
und die Straßen werden trostlos sein.
Doch trotz alledem: gehn Sie nur spazieren!
Und, wenn`s irgend möglich ist, allein.

Müde fällt der Regen durch die Äste.
Und das Pflaster glänzt wie blauer Stahl.
Und der Regen rupft die Blätterreste.
Und die Bäume werden alt und kahl.

Abends tropfen hunderttausend Lichter
zischend auf dem glitschigen Asphalt.
Und die Pfützen haben fast Gesichter.
Und die Regenschirme sind der Wald.

Ist es nicht, als stiegen Sie durch Träume?
Und Sie gehn doch nur durch eine Stadt!
Und der Herbst rennt torkelnd gegen Bäume.
Und im Wipfel schwankt das letzte Blatt.

Geben Sie ja auf die Auto`s acht.
Gehn Sie, bitte, falls Sie frieren, nach Haus!
Sonst wird noch ein Schnupfen heimgebracht.
Und-, ziehn Sie sofort die Schuhe aus!


Einen Schnupfen solltet Ihr natürlich nicht mit nach Hause bringen, aber vielleicht mögt Ihr ein paar Hagebutten sammeln, und laßt Euch von folgenden Bilder inspirieren.

Ich habe aus Weiden einen einfachen Kranz gebunden, und die Hagebuttenkette dort hinein montiert.
So hängt er nun an meiner Haustür.







Donnerstag, 13. November 2014

Lyrischer Freitag


Licht senden in die Tiefe des menschlichen
Herzens - des Künstlers Beruf.

Robert Schuhmann


Eine Arbeit von Lisa Engelbrecht aus ihrem Buch " Kalligrafie trifft Design" Seite 93
- viel Licht sendend -

Freitag, 7. November 2014

Lyrischer Freitag

Novemberschwärze vor verwaschenem Hell:
die letzten Sonnenblumen stehen schwarz Modell.
Seitab verglühen restlich Hagebutten.
Weil oben ohne, nässen Bäume ohne Kutten,
gestaffelt und vereinzelt, auch der Nußbaum steht leer.

Aus dem Gedicht: "Wer kommt?" von Günther Grass

Ich liebe das Rot der Hagebutten, und überhaupt sind sie ja die Früchte der wunderschönen Rosen, deren Anblick wir im Sommer so genossen haben.
Auch Hagebuttenmus ist so lecker!

Ein kleines Stück für mein textiles Buch!


 sattes Rot inmitten der Vergänglichkeit
eine mögliche Kombination mit Stoff und mehr...

Montag, 3. November 2014

31.10 und 01.11.2014 
Oasen-Tage im Paulus- Kirchenzentrum in Burgdorf

Am vergangenen Freitag und Samstag fanden im Paulus-Kirchenzentrum in Burgdorf die ersten Oasen-Tage statt.
An den Vormittagen beschäftigte sich die 11 Teilnehmer starke Gruppe, unter Leitung von den Pastoren Susanne und Matthias Paul inhaltlich mit Bibeltexten, und stellten einen persönlichen Bezug zum Thema her.
Nach einem wunderbaren Mittagessen, zu dem auch ich eingeladen war, begann meine Arbeit, den kreativen Teil dieser Tage zu gestalten.
Wir verwendeten verschiedenen Techniken um eine Vielzahl von Buntpapieren herzustellen.
Am zweiten Tag wurden diese weiter gestaltet und anschließend daraus wunderschöne, bunte, individuelle Bücher gebunden.
Auch während des kreativen Arbeitens geb es Zeiten die Texte und Gedanken vom Vormittag auf das Papier bzw. in das Buch einzutragen, so das inhaltliche und kreative Arbeit an diesem Punkt zusammenflossen.
Es war eine sehr fröhliche und aufgeschlossenen Gruppe, welche mit großem Elan meine Anleitungen aufgenommen, und viele eigene Ideen mit eingebracht hat. 
Es hat mir viel Freude bereitet mit ihnen zu arbeiten.
Vielen Dank an Marlene, welche die Pastoren für diese Idee begeistern konnte, und so die Oasen-Tage mit ihnen gemeinsam in ihrer Gemeinde ins Leben gebracht hat.

Hier einige Bilder von den Oasen-Tagen :

 nach schwarz-weiß kam bunt





 alles muss trocknen
und dann ging es los
 die Buchseiten werden zusammengestellt und geschmückt




 und Gedanken werden festgehalten
vor dem Buchbinden müssen alle Seiten noch einmal ausgerichtet werden



Mittwoch, 29. Oktober 2014

Nicht ist

Nichts ist

- sagt der Weise.
Du läßt es entstehen.
Es wird mit dem Wind
Deines Atems verwehen
Unmerklich und leise.
Nichts ist. Sagt der Weise.

aus " In meinen Träumen läutet es Sturm" von Mascha Kaleko


Raum-Zeit-um dem Nichts zu begegnen
nicht mit dem Streben zu erreichen
sein lassen
sein
um
in dem
Nichts
alles zu finden



Ich habe wieder Lust auf Textiles, nähen, sticken, färben...

Details meiner Arbeiten zu einem textilen Buch.
-Randgestaltung-Vintage






Samstag, 11. Oktober 2014

Persönliches und eine Art Journalingseite

Meine mittlere Tochter wird heute 17 Jahre alt, und ich finde sie wie alle meine Mädels echt toll!!
Jede ist besonders auf ihre Art!


Parallel zu meiner Selbständigkeit arbeite ich als Ergotherapeutin in der Psychiatrie. Eingangsdiagnostik in der Kreativwerkstatt ( wo sonst ;-)) ? ). Zusätzlich biete ich noch Gruppenangebote wie Kunstgruppe und " Buntes Tagebuch " in unserer Einrichtung an.
Ich bin sehr dankbar darüber, dass ich meine Passion für das kreativ-künstlerische Gestalten auch in diesem Bereich meiner Tätigkeit ausüben und mitteilen kann.

So möchte ich Euch heute die Gestaltung einer Journaldoppelseite vorstellen, welche ich Gesten in meiner Tagebuchgruppe angeboten habe.

Thema: " Wie-Was-Wer bin ich?
Ein kleines Stück Selbstdefinition.

Technik:

- eine Doppelseite mit Gesso grundieren, wer möchte Muster in das nasse Gesso kratzen,trocknen
- Wasserfarben aufbringen, trocknen
- mit Stempeln und/oder Schablonen Muster setzen,
- aus einer Zeitung oder einem Katalog eine Figur ausschneiden
- so platzieren dass ein interessanter Bereich abgedeckt ist, und rechts oder links davon noch Platz
  zum Schreiben ist
- mit schwarzer Farbe darüber sprühen
- Figur vorsichtig hochnehmen, und noch auf einer anderen Seite im Heft einen Positivabdruck
  vornehmen,
 - Doppelseite trocknen
- mit schwarzem Stift Figur umranden, ggf. Details einzeichnen
- neben der Figur-auf dem freigelassenen Platz- den eigenen Namen senkrecht schreiben, so dass
  neben jedem Buchstaben noch Worte hinzugefügt werden können.
- nun zu jedem Buchstaben mindestens 3 Worte finden, welche mit dem entsprechenden Buchstaben
  beginnen, und welche mich beschreiben. z.B. Eigenschaften, Vorlieben, Aussehen...
- wer möchte kann noch zusammenfassend neben der Figur mit weißem Stift einen Text setzten
- abschließend können noch Farbsprenkel aufgebracht werden.






Samstag, 4. Oktober 2014

Ringen um und mit der Balance

Wer kennt das nicht, immer wieder das Ringen mit der Balance?

Balance der Zeit: 

Gemeinsame Zeit, Arbeitszeit, Schlafenszeit, Kinderzeit, Essenszeit, Zeit alleine, Malzeit, Gedankenzeit, Computerzeit, Aufräumzeit, Vorbereitungszeit und noch viel mehr
... und oft das Gefühl die Zeit ist nicht ausreichend...

Diese Zeilen haben mich ein wenig versöhnlich gestimmt!

" Ihr möchtet die Zeit messen, die doch ohne Maß ist und unermesslich.
Ihr möchtet euer Handeln und selbst den Lauf eures Geistes nach Stunden und Jahreszeiten ordnen.
Aus der Zeit möchtet ihr einen Fluss machen, von dessen Ufer aus ihr in Muße dessen Strömen betrachten könnt.

Doch das Zeitlose in euch ist sich der Zeitlosigkeit des Lebens bewusst.
Und weiß, dass das Gestern nichts als die Erinnerung des Heute ist und das Morgen, dass was das Heute erträumt.
Und was in euch singt und gewahrt, wohnt nach wie vor in den Grenzen jenen ersten Momentes, der die Sterne im Weltraum verstreute."

aus " Der Prophet" von Khalil Gibran